Energie- und Systemstudien

Aktuelle Forschung



Mehrregionales Energieweltmodell (SERF)

Fusion ist eine Technologie, die weltweit entwickelt wird. Der nächste große Schritt in der Fusionsforschung ist der internationale Fusionstestreaktor ITER. Um die Einsatzmöglichkeiten und Chancen der Fusion hinreichend zu untersuchen, wird ein Energiemodell der ganzen Welt entwickelt. Das Modell beschreibt die Energiekette von den Ressourcen bis zum Verbraucher. Die wichtigsten Weltregionen sind individuell im Modell abgebildet. Als Energiemodellgenerator wird TIMES (The Integrated Markal-Efom System) genutzt, ein von der Internationalen Energieagentur (IEA) unter der Leitung der Energy Technology Systems Analysis Programme (ETSAP) entwickeltes Programm. Die Arbeiten werden von European Fusion Development Agency (EFDA) koordiniert.


Eurasischer Stromverbund


Europa und Asien wachsen im Bereich der Energieversorgung immer stärker zusammen, was heute insbesondere bei der Gas- und Ölversorgung sichtbar wird. In Zukunft ist aber auch eine stärkere Zusammenarbeit in der Stromversorgung denkbar. Das Projekt untersucht die Auswirkungen, die ein stärkeres Zusammenwachsen des europäischen und asiatischen Strommarktes auf verschiedene Versorgungstechniken hätte. Ergebnis: Eine höhere Auslastung von Grundlastkraftwerken wird erreicht, Windkraftanlagen können besser ins Netz integriert werden.


TUG-IPP-Weltmodell

In enger Zusammenarbeit zwischen IPP und Technischer Universität Graz wurde von Wissenschaftlern der TU Graz (mit finanzieller Unterstützung der Schiedel-Stiftung) im IPP ein Weltenergiemodell aufgebaut. Grundlage ist ein TIMES-Modell, das vom Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart entworfen wurde.


Energiesparkonzept für die Stadt Wien

Die Endenergierichtlinie der EU will deutliche Energieeinsparungen auch im Bereich der Endenergie, also bei Gebäuden, Elektrogeräten usw., initiieren: Der Endenergieverbrauch soll jährlich um ein Prozent im Vergleich zu einer Referenzentwicklung sinken. Die Stadt Wien lies als erste Antwort auf diese Richtlinie ein Energiesparkonzept erstellen. Die Gruppe für Energie- und Systemstudien hat zusammen mit der IRM AG aus Wien das Energiemodell für die Analysen in der Stadt entwickelt.


Weltgasmodell

Gas hat als Primärenergieträger in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung gewonnen, kann aber nur mit deutlich höherem Aufwand als Kohle und Öl transportiert werden. Deswegen gibt es bis heute nicht einen, sondern vier verschiedene Weltgasmärkte. Es fragt sich, ob sich dies in Zukunft durch den vermehrten Einsatz von Flüssiggas verändern könnte. Zur Beantwortung dieser Frage wurde ein eigenes Gastransportmodell entwickelt, das mit einem existierenden Weltenergiemodell verknüpft wurde. Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht nur der Transport von Flüssiggas in Zukunft stark zunehmen wird, sondern auch die Ausbeutung nicht konventioneller Gaslagerstätten. Die Arbeit wurde in Kooperation mit dem Joint Global Change Research Institute (JGCRI) in Washington durchgeführt.


ESCOBALT

Die Steigerung der Energieeffizienz ist eines der erklärten Ziele der Europäischen Politik. Das ESCOBALT-Projekt bringt Partner aus den Ostseeanrainerstaaten zusammen, um einen Informationsaustausch über Effizienzmaßnahmen zu fördern. Das IPP hat ein Bündel von Arbeiten in das Projekt eingebracht, unter anderem eine Studie über die Nutzung von Biomasse in Grevesmühlen, die Abschätzung der Wärmenachfrage in Greifswald, eine Kohlendioxid-Bilanz für Greifswald und Grevesmühlen und ein Energiemodell für Deutschland.


Methodenentwicklung

Bei der Beschreibung zukünftiger Entwicklungen ist die Auswahl der Methoden entscheidend. Deswegen beteiligt sich die Gruppe für Energie- und Systemstudien aktiv an der Entwicklung neuer bzw. der Bewertung existierender Methoden.