Energie- und Systemstudien

Meilensteine



Externe Kosten (SERF)

Externe Kosten sind Kosten, die einer Volkswirtschaft durch den Konsum eines bestimmten Gutes entstehen, ohne dass der Konsument für die indirekt verursachten Folgen seines Konsums aufkommen muss. Die Schadstoffemissionen eines Autos führen zum Beispiel zu Atemwegserkrankungen, die erhebliche Kosten im Gesundheitssystem verursachen. Der Autofahrer muss aber nicht direkt für diese Kosten aufkommen.

Die EU hat im Rahmen des ExternE-Projektes eine Methode entwickelt, die externen Kosten von Kraftwerken zu bestimmen. In Anlehnung an diese Methode hat die Gruppe für Energie- und Systemstudien – in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Partnern im Rahmen des europäischen SERF-Projektes – die externen Kosten der Fusion bestimmt.

Für die Fusion sind die externen Kosten nach diesen Berechnungen sehr gering und liegen nicht über externen Kosten von Techniken, die wie Wind- und Sonnenenergie als sehr umweltfreundlich eingestuft werden.


Fusion in der öffentlichen Meinung (SERF)

Fusion wird in der Öffentlichkeit nur wenig diskutiert. Viele Menschen wissen nicht genau, was Fusion ist. Um trotzdem ein erste Vorstellung davon zu bekommen, wie Fusion in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, hat die ehemalige Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg (AFTA) eine ausgeklügelte sozial-wissenschaftliche Methode, basierend auf Fokusgruppen, angewandt. Ergebnis der Untersuchungen: Fusion wird wohl als nukleare Technologie, aber mit großen qualitativen Unterschieden zur herkömmlichen Kernspaltung wahrgenommen.


URBS

In Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum der Universität Augsburg wurde eine Methode zur Analyse städtischer Energiesystem entwickelt. Die Methode URBS setzt sich aus vier Modulen zusammen: dem Stadtentwicklungsmodul, dem Energienachfrage- bzw. Energieangebotsmodule und dem Umweltmodul.

Das Stadtentwicklungsmodul untersucht die Entwicklung der Bevölkerungszahl, Siedlungsformen usw. Das Energienachfragemodul bestimmt aus den Informationen der Stadtentwicklung die Nachfrage für Wärme und Strom. Im Energieangebotsmodul werden dann verschiedene Optionen entwickelt, diese Nachfrage zu decken. Im Umweltmodul werden die Auswirkungen der Energieerzeugung auf die Umwelt betrachtet, also zum Beispiel die lokalen Schadstoffemissionen. In einer umfassenden Analyse wurde die Entwicklung der Stadt Augsburg untersucht.


Very Long Energy and Envrionment Model (VLEEM)

Der Energiesektor stellt, wie kaum ein anderes Gebiet, die Forderung nach einer nachhaltigen Entwicklung in Frage, die von der Weltgemeinschaft auf den Gipfeln in Rio de Janeiro und Johannisburg gefordert wurde. Klimaveränderungen, Ressourcenverbrauch und Luftschadstoffe sind drei Stichworte, die dieses Problem umreißen. Im "Very Long Energy and Envrionment Model" (VLEEM) wurde versucht, mit einer Back-casting-Methode das Bild eines nachhaltigen Energiesektors zu zeichnen und mögliche Wege dahin zu beschreiben.


Fusion in Indien

Im letzten Jahrzehnt ist die indische Volkswirtschaft sehr stark gewachsen. Die Folge davon war auch ein starker Anstieg des Energieverbrauchs. Der wesentliche heimische Energieträger Indiens ist dabei die Kohle.

In Zusammenarbeit mit dem Indian Institute of Management in Ahmedabad wurden Bilder einer zukünftigen indischen Energiewirtschaft untersucht, insbesondere auch die Frage, welche Rolle Fusionskraftwerke für Indien in der Zukunft spielen können.


Windenergie in Deutschland

Zahl und Größe der in Deutschland installierten Windkraftanlagen ist in der Vergangenheit stetig gestiegen. Im Jahr 2030 soll, so Pläne des Umweltministeriums, eine Windkraftanlagenkapazität von 45 Gigawatt (GW) on- und off-shore installiert sein.

In einer Kooperation mit den Universitäten in Rostock und Augsburg wurde untersucht, welche Auswirkungen Windenergie auf das bestehende Stromnetz und andere Kraftwerke hat. Die Ergebnisse zeigen: Ein Ausbau des Netzes wird notwendig. Neue Kraftwerksinvestitionen sollten diesen starken Ausbau der Windenergie von vornherein berücksichtigen.