Glossar
Wandbelastung
Ein brennendes Fusionsplasma
setzt das einschließende Plasmagefäß starken Belastung
durch Plasmateilchen, Neutronen und elektromagnetische Strahlung aus.
Geladene und neutrale Plasmateilchen wirken vorwiegend oberflächennah
auf das Plasmagefäß ein. Dabei kann es zu physikalischer
oder chemischer Zerstäubung kommen, die durch Divertoren jedoch
deutlich eingeschränkt werden kann, und zu thermischen Belastungen.
Die hierdurch hervorgerufenen Spannungen müssen bei der Festigkeitsauslegung
der Anlage berücksichtigt werden.
Für das Materialverhalten am wichtigsten ist die Neutronen-Belastung.
Die Fusionsneutronen besitzen eine erhebliche Reichweite, durchdringen
die Erste Wand und das Blanket und geben dabei ihre Energie ab. Dabei
kommt es zu Verlagerungen von Gitteratomen und zu Kernumwandlungen,
was Schwellen, Kriechen und Verspröden des Materials verursachen
kann.
Ziel der Materialentwicklung ist jedoch nicht nur die möglichst
hohe Beständigkeit gegen diese Belastungen; die Materialien sollen
ebenso von den Fusionsneutronen möglichst wenig aktiviert werden
können, bzw. diese Aktivierung soll möglichst schnell abklingen.