Über neunzig Prozent des Weltenergiebedarfs wird heute
aus fossilen Energiequellen gedeckt. Die gegenwärtige Versorgungssicherheit
läßt leicht vergessen, daß Klimaveränderung, begrenzte
Brennstoff-Vorräte und politische Instabilitäten auf längere
Sicht ein neues Energiesystem verlangen – weg von Kohle, Erdöl und
Erdgas.
Hierfür ist die Fusion – neben den Erneuerbaren Energien und der Kernspaltung
– die einzige weitere Option: Die Rohstoffe für die Fusion sind in
nahezu unerschöpflichen Mengen überall vorhanden. Ein Fusionskraftwerk
wird keine klimaschädigenden Gase erzeugen und lässt günstige
Sicherheitseigenschaften erwarten. Die Fusion könnte daher einen
nachhaltigen Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft leisten.
Verläuft die Forschung nach dem derzeitigem Plan, dann
könnte – mit je 20 Jahren Planungs-, Bau- und Betriebszeit für
ITER und ein anschließendes Demonstrationskraftwerk – die Fusion in etwa
50 Jahren wirtschaftlich nutzbaren Strom liefern. Mit etwa 1000 Megawatt
elektrischer Leistung wird ein Fusionskraftwerk dabei insbesondere für
die Grundlast-Stromversorgung geeignet sein.
Schematische Darstellung des Experimentalreaktors ITER