Ein mit Divertor begrenztes Plasma verliert ständig
Plasmateilchen, die zusammen mit den Verunreinigungen von den Divertorpumpen
entfernt werden. Bei einem späteren Fusionskraftwerk wird auf diese
Weise auch die "Asche" des Fusionsprozesses, das Helium, entfernt.
Zum Nachfüllen gibt es verschiedene Methoden: Gaseinblasen vom Gefäßrand,
Neutralteilcheninjektion oder Pelletinjektion. Dabei wird das Wasserstoffgas
so stark abgekühlt, bis es gefriert und Kügelchen (Pellets)
von wenigen Millimetern Durchmesser geformt werden können. In Gaskanonen
oder Zentrifugen beschleunigt, werden sie in das heiße Plasma hineingeschossen,
wo sie wieder verdampfen und die einzelnen Atome ionisiert werden.
Da die Pellets den Brennstoff gezielt an beliebiger
Stelle im Plasma abladen, kann man so auch das Dichteprofil des Plasmas
verändern. Die Pelletzentrifuge an ASDEX Upgrade kann pro Sekunde
bis zu 80 Pellets mit einer Maximalgeschwindigkeit von 1200 Metern pro
Sekunde – vierfache Schallgeschwindigkeit – in das Plasma schießen.
Dabei wird mit einem einzigen der etwa ein Milligramm schweren Pellets
rund ein Drittel des Plasmas nachgefüllt.

Plasmaentladung, in der links oben gerade ein Pellet verdampft