Zum ersten Mal in der Geschichte der Fusionsforschung
ist es mit JET 1991 gelungen, nennenswerte Energie durch Kernfusion freizusetzen.
Für die Dauer von zwei Sekunden erzeugte die Anlage eine Fusionsleistung
von 1,8 Megawatt. Zum zweiten Mal gelang dies Ende 1993 mit dem amerikanischen
Tokamak TFTR (Tokamak Fusion Test Reactor) in Princeton, der bei einer Heizleistung
von 30 Megawatt rund 6 Megawatt Fusionsleistung freisetzte. Fünf Monate
später konnte TFTR auf 9 Megawatt steigern. Während TFTR dabei erstmals
mit einen Plasma in der richtigen Reaktormischung von Deuterium und Tritium
zu gleichen Teilen gearbeitet hat, benutzte JET 1991 ein "verdünntes" Plasma
mit nur 14 Prozent Tritiumgehalt.
1997 hat auch JET mit einer Brennstoff-Mischung aus gleichen Teilen Deuterium
und Tritium experimentiert. Dabei wurde eine Fusionsleistung von
13 Megawatt und eine Fusionsenergie von 14 Megajoule erzeugt – Weltrekord. 65 Prozent der aufgewendeten Heizleistung wurde dabei per Fusion zurückgewonnen.
JET ist heute die einzige Fusionsanlage weltweit, die mit dem
Fusionsbrennstoff Deuterium und Tritium experimentieren kann. Alle anderen Anlagen untersuchen Modellplasmen aus leichtem Wasserstoff und Deuterium.
| Wesentliche
Daten: |
| Großer Plasmaradius |
2,96 Meter |
| Kleine Plasmaradien |
1,25/2,10 Meter |
| Magnetfeld |
3,4 Tesla |
| Plasmastrom |
3,7 Megaampere |
| Plasmaheizung |
50 Megawatt |
| Plasmavolumen |
100 Kubikmeter |
| Plasmazusammensetzung |
Wasserstoff, Deuterium, (Tritium) |
| Plasmatemperatur |
250 Millionen Grad |
Für den technischen Betrieb der JET-Anlage ist das englische Fusionslabor in Culham zuständig, während zeitweise abgeordnete Wissenschaftler und Techniker aus den Europäischen Laboratorien in einzelnen Experimentierkampagnen an der Anlage arbeiten. Dabei beginnt die Teilnahme mit einem Experimentiervorschlag und schließen Besuche bei JET und die Ausführung der Experimente ein. Die Ergebnisse werden dann im Allgemeinen in den Heimatlaboratorien im Detail analysiert. In dieser Organisationsform wird das leistungsfähige JET-Experiment über das ursprünglich vorgesehene Betriebsende im Dezember 1999 hinaus zur Vorbereitung des Experimentalreaktors ITER genutzt.
Das Europäische Gemeinschaftsprojekt JET (Foto: JET)