
Die geplante koreanische Fusionsanlage KSTAR im
Entwurf
(Foto: Korea Basic Science Institute)
Mit KSTAR will Südkorea in einem großen Schritt Anschluß
an die internationale Fusionsforschung gewinnen. Nachdem in der Vergangenheit
zahlreiche koreanische Fusionsforscher anerkannte Arbeit als Gastwissenschaftler
in den USA und Europa - darunter auch im IPP in Garching - geleistet haben,
soll KSTAR (Korean Superconducting Tokamak Advanced Research) als erstes
Großprojekt das Kernstück des nationalen koreanischen Fusionsprogramms
werden, das zur Zeit aufgebaut wird. Wie der Name der Anlage verrät,
soll sich KSTAR den gegenwärtig aktuellsten Themen der weltweiten
Tokamakforschung widmen, den sogenannten "Advanced Szenarios" und dem
Dauerbetrieb: Geplant als ein mittelgroßes Fusionsexperiment vom
Typ "Tokamak" soll KSTAR durch neue Betriebstechniken den Weg zu einem
Tokamak im Dauerbetrieb bahnen. Sein Plasma liegt mit einem Volumen von
16 Kubikmetern in der Größenordnung der IPP-Anlage ASDEX Upgrade,
des größten deutschen Fusionsexperiments; beider Form ähnelt
dem geplanten internationalen Fusionstestreaktor ITER. Im Unterschied
zu ASDEX Upgrade, der noch mit normalleitenden Kupfer-Spulen und Pulsdauern
von 10 Sekunden arbeitet, wird KSTAR jedoch mit supraleitenden Magnetspulen
aus Niob-Zinn ausgestattet sein und damit lange Pulsdauern bis zu 300
Sekunden erreichen können. Die Anlage soll in der Wissenschaftsstadt
Taedok, 170 Kilometer südlich von Seoul, entstehen. Hier hat das
Korea Basic Science Institute die "Joint Plasma Research Facility" für
Universitätsforscher eingerichtet. Etwa im Jahr 2005 soll KSTAR in
Betrieb gehen, um "die koreanische Fusionsforschung auf internationales
Niveau zu heben und einen signifikanten Beitrag zur Entwicklung von Fusionskraftwerken
im 21. Jahrhundert zu leisten".

Das entstehende Experimentiergebäude für
KSTAR in Taedok; Stand September 2000
(Foto: Korea Basic Science Institute)
Aufgabe der Fusionsforschung ist es, die Energieproduktion der Sonne
in einem Kraftwerk nachzu-vollziehen und aus der Verschmelzung von Atomkernen
Energie zu gewinnen: Da die für den Fusionsprozeß nötigen
Grundstoffe in großer Menge überall vorhanden sind und ein
Fusionskraftwerk günstige Sicherheits- und Umwelteigenschaften verspricht,
könnte die Fusion einen größeren Beitrag zur Energieversorgung
der Zukunft leisten. Brennstoff ist ein dünnes ionisiertes Gas, ein
"Plasma" aus den Wasserstoffsorten Deuterium und Tritium. Zum Zünden
des Fusionsfeuers muß es gelingen, das Plasma wärmeisoliert
in Magnetfeldern einzuschließen und auf Temperaturen über 100
Millionen Grad aufzuheizen.
Weitere Informationen erhalten Sie von:
Korea Basic
Science Institute oder von
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
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