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Ausgabe 03/2001 |
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Ausgabe 03/2001
Kohle in Indien
Kohle in Indien
Indien ist mit einer Fördermenge von 290 Millionen
Tonnen - 8,5 Prozent der Weltproduktion - nach China und den USA der drittgrößte
Steinkohleerzeuger. Die ausschließlich in staatlichen Betrieben
gewonnene Kohle ist die wichtigste Energiequelle des Landes: Sie deckt
mehr als die Hälfte des Primärenergiebedarfs und über 70
Prozent der Stromerzeugung. Zugleich ist Kohle auch der am reichlichsten
vorhandene Energierohstoff. Die Erdöl- und Gasvorräte dagegen
sind gering und können den Bedarf bei weitem nicht befriedigen. Auch
Kernenergie oder Erneuerbare Energien - mit Ausnahme der Wasserkraft,
die 20 Prozent des Stroms erzeugt - tragen wenig dazu bei, die Kohlenutzung
zu reduzieren.
Die indische Bevölkerung - mehr als eine Milliarde Menschen - wächst
pro Jahr um etwa 15 Millionen, die Wachstumsraten der indischen Wirtschaft
seit 1980 zählen zu den höchsten weltweit. Beides läßt
den Energie- und damit den Kohlebedarf stetig ansteigen, wobei die höchsten
Zuwachsraten bei der Stromerzeugung erwartet werden. Die heimische Förderung
kann hierfür trotz großer Kohleressourcen nicht mehr alleine
aufkommen. Indien ist daher immer stärker auf Importe von Kohle,
Erdöl und Gas angewiesen, was die Handelsbilanz schwer belastet.
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Die Kohlelagerstätten Indiens (Grafik: RWE Rheinbraun
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Der jährlich um rund 10 Prozent wachsenden Stromnachfrage
kann der Kapazitätsausbau nicht rasch genug folgen. Staatliche Neubauvorhaben
laufen wegen knapper Finanzen nur schleppend, private Investoren halten
sich zurück, weil die Einnahmen wegen der staatlich verordneten Niedrigpreise
zu gering sind: Privathaushalte und Landwirtschaft werden aus politischen
Gründen extrem günstig versorgt, während Industrie und
Gewerbe einen sehr hohen Strompreis zahlen. Überdies ist die Erzeugung
und Verteilung des Stroms durch die staatlichen Versorger häufig
ineffizient, so dass es immer wieder zu Stromabschaltungen kommt.
Diese unzureichende Stromversorgung ist ein wesentliches Hindernis für
die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Indische Zentralregierung
wie auch Unionsstaaten haben inzwischen erkannt, dass die Privatisierung
und Entflechtung der bisherigen Staatsmonopole sowie das Zulassen privater
Investoren dringend notwendig sind. Mit den seit 1991 eingeleiteten Reformen
sind die ausländischen Investitionen im Energiesektor gestiegen.
Da der Ausbau in nächster Zukunft vor allem auf Kohle beruhen wird,
werden auch die Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid ansteigen -
bereits heute erreichen sie bei niedrigen Pro-Kopf-Werten insgesamt Platz
sechs der Weltrangliste.
imi
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