Internationale Konferenz zur Fusionsforschung in Greifswald

Fusionsforschung mit Stellaratoren und verwandten Experimentieranlagen

18. September 2003

Um Fusionsanlagen vom Typ „Stellarator“ geht es vom 22. bis 26. September 2003 im “14. Internationalen Stellarator-Workshop”, auf dem sich rund 180 Wissenschaftler aus Europa, Russland, den USA, Japan und Australien im Teilinstitut Greifswald des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) treffen werden. Hier wird zur Zeit die Forschungsanlage WENDELSTEIN 7-X aufgebaut, der nach seiner Fertigstellung weltgrößte Stellarator.

Ziel der Fusionsforschung ist die Entwicklung eines Kraftwerks, das – ähnlich wie die Sonne – Energie aus der Verschmelzung von Wasserstoffkernen zu Helium gewinnt. Zum Zünden des Fusionsfeuers muss der Brennstoff in Magnetfeldern berührungsfrei eingeschlossen und auf hohe Temperaturen aufgeheizt werden. Für den magnetischen Käfig zum Einschließen des heißen Brennstoffs haben sich weltweit zwei unterschiedliche Bauweisen durchgesetzt: Der Tokamak – der am meisten verbreitete Anlagentyp – wird mit der Großanlage ASDEX Upgrade im IPP in Garching untersucht. Das Teilinstitut Greifswald hat sich mit WENDELSTEIN 7-X auf die Untersuchung einer aussichtsreichen Alternative – den Stellarator – spezialisiert.

Die Konferenz behandelt sämtliche Aspekte der Fusionsforschung mit Stellaratoren und verwandten Konfigurationen. Hierzu gehören neue Anlagen und Projekte sowie Fragen zum Einschluss des Plasmas, zu Stabilität und Gleichgewicht, Wärmeisolation und Turbulenz, Teilchen- und Energieauskopplung, Verunreinigungskontrolle, Plasmaheizung, Diagnostik, zur Optimierung der Magnetfelder bis hin zu Kraftwerksstudien. Die Theorie des Stellarators ist Thema eines anschließenden “IAEA Technical Meeting on Innovative Concepts and Theory of Stellarators” vom 29. September bis 1. Oktober, das sich in kleinerem Kreis von rund 50 Teilnehmern auf die Fortschritte bei der rechnerischen Optimierung der Stellaratoren konzentriert. Konferenzsprache für beide Veranstaltungen ist englisch.

Zur Redakteursansicht