Teilnahme an ITER

Teilnahme an ITER

Der internationale Experimentalreaktor ITER soll zeigen, dass es physikalisch und technisch möglich ist, durch Kernverschmelzung Energie zu gewinnen. Das IPP trägt dazu bei, die Großanlage vorzubereiten.
 

Mit ITER (lat. "der Weg") bauen die großen Fusionsprogramme der Welt – Europa, Japan, die USA, die Russische Föderation sowie China, Süd-Korea und Indien – gemeinsam einen ersten Experimentalreaktor. ITER soll zeigen, dass es physikalisch und technisch möglich ist, durch Kernverschmelzung Energie zu gewinnen. Er soll zum ersten Mal ein brennendes und für längere Zeit energielieferndes Plasma erzeugen.

ITER soll eine Fusionsleistung von 500 Megawatt liefern – zehnmal mehr, als zur Aufheizung des Plasmas verbraucht wird. Außerdem sollen wesentliche technische Funktionen eines Fusions­kraft­werks entwickelt und getestet werden. Hierzu gehören supraleitende Magnet­e, die Tritium-Technologie, das Abführen der erzeugten Wärme-Energie sowie die Entwicklung fernbedient auswechselbarer Komponenten. Ebenso bearbeitet werden Sicherheits- und Umweltfragen.

In den letzten Jahren wurden beim Bau von ITER erhebliche Fortschritte erzielt. Aufgrund technischer Herausforderungen bei vielen neuartigen Komponenten sowie pandemiebedingter Verzögerungen legte die ITER-Organisation im Juli 2024 eine überarbeitete Projektgrundlage („Baseline 2024“) vor.

Diese neue Baseline konsolidiert die Montageabläufe und zielt auf den schnellstmöglichen Beginn der Forschungsoperationen bei gleichzeitig geringeren technischen und regulatorischen Risiken. Der Beginn des Forschungsbetriebs mit Deuterium-Deuterium-Experimenten ist für 2034 vorgesehen, die Deuterium-Tritium-Experimente für 2039.

Das IPP und ITER

Mit dem Forschungsprogramm seiner Fusionsanlage ASDEX Upgrade trägt das IPP dazu bei, den ITER-Betrieb vorzubereiten und zu begleiten.

Durch den Wechsel des geplanten Wandmaterials bei ITER von Beryllium zu Wolfram entsprechend der neuen „Baseline 2024“ hat sich die Bedeutung von ASDEX Upgrade  für die Vorbereitung des ITER-Betriebs erhöht. ASDEX Upgrade ist bereits seit 2007 mit einer Voll-Wolfram-Wand ausgestattet.

Im IPP-Bereich ITER-Technologie & -Diagnostik sind die technologischen Entwicklungsbeiträge des IPP zu ITER angesiedelt: die Beteiligung an der Entwicklung des Neutralteilchenheizung und die Entwicklung verschiedener Diagnostiken für ITER.

IPP-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Teil des internationalen Teams, das das ITER-Plasmakontrollsystem entwickelt. 

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