BMFTR Infrastrukturprojekt eingeworben

 

Erweiterung der Implantationskapazitäten im Beschleunigerlabor

Im Rahmen der Fördermaßnahme ‚Basistechnologien für die Fusion – auf dem Weg zu einem Fusionskraftwerk‘ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) konnten im Bereich P2W Mittel in Höhe von 2,2 Mio€ eingeworben werden, um in den kommenden drei Jahren das IPP Beschleunigerlabor um einen zweiten Teilchenbeschleuniger zu ergänzen. Durch die Fördermaßnahme kann ein sogenannter Ionenimplanter angeschafft und eine PostDoc Stelle für drei Jahre finanziert werden. Die Integration des Geräts in die bestehende Laborstruktur und die Ertüchtigung des bestehenden Tandembeschleunigers werden durch eine IPP-Großmaßnahme umgesetzt.

In einem späteren Fusionskraftwerk werden die hochenergetischen Fusionsneutronen Schäden im Kristallgitter der verwendeten Materialien erzeugen. Gleichzeitig wird als Folge von Kernreaktionen Helium produziert werden. Die Forschung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass beides als Einfangstelle für Tritium wirkt und potentiell die für die Fusion verfügbare Menge an Tritium schmälern wird. Es gibt jedoch weltweit keine Anlage, die die Fragestellung nach dem Tritiumtransport und -rückhalt unter realistischen Bedingungen untersuchen kann. Die neue Anlage wird es erlauben, durch Bestrahlung mit schweren Ionen (z.B. Wolfram, Rhenium, Eisen, …) mit dem bestehenden Tandembeschleuniger Gitterschäden zu erzeugen, während man gleichzeitig Helium mit dem zu installierenden neuen Ionenstrahl ins Material einbringt. Die weltweit einzigartige Anlage wird es dann erlauben, verlässliche Daten zu generieren, um die Auswirkungen von Strahlenschäden auf den Tritiumhaushalt in den Materialien zukünftiger Fusionsanlagen vorherzusagen.

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