Fusionsforschung: Was geht mich das an?

Fusionsforschung: Was geht mich das an?

Mal eine Frage: Kannst du dir ein Leben ohne Energie oder ohne elektrischen Strom vorstellen?


Pflügen im Reisfeld – mit reiner Muskelkraft

Wahrscheinlich nicht: Jeder braucht doch elektrisches Licht oder einen Kühlschrank, jeder will fernsehen, telefonieren und sich das Leben durch elektrische Geräte leichter machen.

Trotzdem gibt es das: Von den sieben Milliarden Menschen, die zurzeit auf der Erde leben, muss jeder fünfte noch ohne Strom auskommen. Das sind ziemlich viele Menschen.

Weil es von Jahr zu Jahr mehr Menschen auf der Erde gibt, weiß man schon heute, dass in Zukunft mehr Energie und insbesondere mehr Strom gebraucht wird.

Woher soll in Zukunft der Strom kommen?


Und woher kommt der Strom?

Aus der Steckdose, na klar! Aber wie gelangt er da hinein? Auch klar: Über ein langes Kabel, das aus einem Kraftwerk kommt. Dort wird der Strom erzeugt. In Deutschland sind dies vor allem Kohle- und Gaskraftwerke, Atomkraftwerke, Windräder, Sonnen- und Wasserkraftwerke. Auch in anderen Ländern sind das die wichtigsten Stromquellen.

Ohne Nebenwirkungen ist das Stromerzeugen nicht: Kraftwerke, die riesige Mengen von Kohle, Öl oder Gas verbrennen, sind nicht gut für das Klima. Außerdem sind die Brennstoffvorräte zwar groß, aber nicht unbegrenzt. Irgendwann werden sie aufgebraucht sein. Von den Atomkraftwerken will man sich in Deutschland in den nächsten Jahren trennen, weil sie bei Unfällen gefährlich werden könnten.

Windräder und Sonnenkraftwerke sind noch recht teuer und brauchen viel Platz. Strom liefern sie nur, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint. Und Wasserkraftwerke sind bei Naturschützern unbeliebt, weil sie die Fische in den Flüssen stören. Welche dieser Kraftwerke soll man bauen, um den wachsenden Strombedarf der Welt zu stillen?


Es gibt aber noch eine Energiequelle:


Das ist die Kernfusion – die Methode, wie die Sonne ihre Energie erzeugt! Im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik arbeitet man daran, die Sonne im Kleinen nachzubauen und ihr Feuer in einem Kraftwerk auf der Erde zu zünden. Das ist eine sehr spannende Aufgabe, aber auch ziemlich schwierig.

Ziemlich heiß ist es in dieser Fusionskammer – viele Millionen Grad

Es wird deshalb noch etwas dauern, bis die Wissenschaft ihr Ziel erreichen kann. Ungefähr dann, wenn deine Kinder groß sind, sollte es auch Fusionskraftwerke geben. Wenn es klappt, ist viel erreicht: Der Brennstoff für die Fusion ist in unerschöpflichen Mengen vorhanden.

Wenn du wissen willst, wie so ein Kraftwerk funktionieren soll, dann lies doch mal in den Broschüren nach oder geh es mit dem Fusionsspiel vergnüglich an. Hier kannst du dich als Physikerin oder Physiker ausprobieren: Heiz den Fusionsbrennstoff auf, bring die Atomkerne zum Verschmelzen und errichte schließlich ein Kraftwerk. Schaffst du es in die Besten-Liste?

Oder besuche uns, entweder mit deiner ganzen Klasse oder auf eigene Faust, zum Beispiel zu einem Aktionstag oder Ferienprojekt.

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