WEGA

Die Fusionsanlage WEGA, ein Mitglied der Wendelstein-Familie des IPP, wird seit 1975 mit Unterbrechungen an verschiedenen Standorten betrieben.


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Fusionsanlage WEGA – der erste Stellarator im IPP-Teilinstitut Greifswald

Die Fusionsanlage WEGA, ein klassischer Stellarator, ist ein Mitglied der Wendelstein-Familie des IPP. Erstmals 1975 nahm sie unter dem Namen „Wendelstein-Experiment in Grenoble for the Application of Radio Frequency Heating“ als deutsch-französisch-belgisches Gemeinschaftsprojekt den Betrieb auf. Wissenschaftler des IPP in Garching und des Centre d’Etudes Nucleaires in Grenoble hatten WEGA gemeinsam geplant, aufgebaut und betrieben.

Nach einem siebzehnjährigen Zwischen­aufenthalt an der Universität Stuttgart ging die Anlage in Jahr 2001 im IPP in Greifswald erneut an den Start.

Als "Wendelstein-Experiment in Greifswald für die Ausbildung" wurde sie hier bis 2013 zur Ausbildung wissenschaftlich-technischen Nachwuchses, in der Grundlagen­forschung sowie für den Test von Diagnostiken und der Experimentsteuerung für Wendelstein 7-X genutzt. Vielen Mitarbeitern des 1994 gegründeten Teilinstituts ermöglichte WEGA erste Erfahrung mit einem Plasmaexperiment. Neue Heizantennen, Messgeräte oder Steuerungen für Wendelstein 7-X wurden an der anpassungsfähigen WEGA getestet; zwei Bachelor-, zwei Master-, 13 Diplom- und sechs Promotionsarbeiten 

wurden hier abgeschlossen. Eine Zusammenfassung wichtiger Ergebnisse findet sich in den Stellarator News (11/2006) und im MPG-Forschungsbericht 2014.

Mit einem Alter von fast 40 Jahren ist WEGA sicherlich eines, wenn nicht das langlebigste Fusionsexperiment. Nach der Stillegung im IPP wurde die Anlage 2014 in die USA an die Universität von Illinois abgegeben, wo sie unter neuem Namen – HIDRA für „Hybrid Illinois Device for Research and Applications“ – weiterhin für Plasmaphysik und Fusionsforschung genutzt wird.

 
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