Helmholtz-Startkapital für IPP-Postdocs

IPP-Physikerinnen Sina Fietz und Josefine Proll gewinnen Helmholtz-Stipendium / Individualförderung im Postdoktorandenprogramm

26. November 2014

Die beiden IPP-Stipendiatinnen des Helmholtz-Postdoktorandenprogramms 2014, Dr. Sina Fietz und Dr. Josefine Proll.

Dr. Sina Fietz vom IPP in Garching und Dr. Josefine Proll vom IPP in Greifswald gehören zu 19 Nachwuchswissenschaftlern, denen die Helmholtz-Gemeinschaft mit einer Individualförderung den Einstieg in eine Forscherkarriere erleichtert. Als erfolgreiche Kandidatinnen des internationalen Helmholtz-Postdoktorandenprogramms erhalten die beiden IPP-Physikerinnen, verteilt auf die nächsten drei Jahre, jeweils 300.000 Euro. Insgesamt hatten 88 frisch promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei einem der 18 Helmholtz-Zentren, darunter auch dem IPP als assoziiertem Institut, ihr Interesse an dem Programm angemeldet, woraufhin die Zentren 28 Bewerbungen einreichten.

Das Forschungsinteresse von Dr. Sina Fietz gilt externen magnetischen Störfeldern in Fusionsanlagen vom Typ Tokamak. Die Störfelder dringen in das Plasma ein und lassen dort Instabilitäten anwachsen, die zu einem Verlust des Plasmas führen können. Zusätzlich prägen die Störfelder Drehmomente auf das Plasma auf, die die Plasma-Rotation verlangsamen und somit die Empfindlichkeit des Plasmas gegenüber Störungen erhöhen. Ausgestattet mit dem Helmholtz-Startkapital, wird Dr. Sina Fietz die Wechselwirkung dieser beiden Effekte, das Anwachsen der Instabilität und das Abbremsen des Plasmas, mit an der Fusionsanlage ASDEX Upgrade kontrolliert erzeugten externen Störfeldern untersuchen und anschließend modellieren.

Wie sich Instabilitäten im Plasma, die Turbulenz verursachen, in unterschiedlichen Magnetfeld-Konfigurationen verhalten – das erforscht Dr. Josefine Proll für Stellaratoren wie die Greifswalder Fusionsforschungsanlage Wendelstein 7-X. Mit Hilfe von aufwendigen Simulationen will die IPP-Wissenschaftlerin die Turbulenz in Wendelstein 7-X vorherbestimmen und so einen späteren Vergleich mit experimentellen Messungen ermöglichen. Ziel dieser Forschung ist es letztlich, durch mögliche Änderungen am Magnetfeld Konfigurationen mit geringerer Turbulenz zu finden und somit zu einer weiteren Optimierung des alternativen Kraftwerkbautyps Stellarator beizutragen.

Die nächste Ausschreibung für das Helmholtz-Postdoktorandenprogramm erfolgt im Frühjahr 2015.



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