Betriebsvorbereitung für Wendelstein 7-X läuft auf vollen Touren

Zieltemperatur vier Kelvin erreicht / Auspumpen des Plasmagefäßes hat begonnen

2. April 2015

Nach der Montage aller nötigen Einbauten wurde das Plasmagefäß am 12. März geschlossen. Das Auspumpen hat begonnen.

Die Vorbereitungen für den Betrieb der Fusionsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald sind in vollem Gange: Eine entscheidende Etappe ist das Abkühlen der supraleitenden Magnetspulen, die später den magnetischen Käfig für das heiße Plasma aufbauen sollen. Vorangegangen waren umfangreiche Vorarbeiten. Unter anderem wurden die zahlreichen Helium-Kühlrohre gereinigt und gespült; die vorab bereits gründlich getestete Kälteanlage wurde hochgefahren. Sie erzeugt das tiefkalte, flüssige Helium, mit dessen Hilfe die Spulen und ihr isolierendes Kryostat-Gefäß auf vier Kelvin, also minus 269 Grad Celsius oder vier Grad über dem absoluten Nullpunkt, abgekühlt werden sollen.

Am 13. Februar hat man dann damit begonnen, die Kälteanlage gemeinsam mit der Anlage langsam abzukühlen. Während dieses schrittweisen Kaltfahrens wurden alle Systeme sorgfältig geprüft. Besonders spannend war, ob Lecks in den Rohren oder im Kühlsystem zu Tage kommen.

Vier Wochen später, am 10. März, konnte die Zieltemperatur – vier Kelvin – erreicht werden, ein wesentlicher Meilenstein und die Voraussetzung dafür, dass die Magnete supraleitend werden. In diesem Zustand kann der Strom in den Magneten nahezu verlustfrei fließen; für das Magnetfeld muss keine Energie aufgewandt werden. Die Prüfungen am Kühlsystem werden noch einige Zeit weiterlaufen, voraussichtlich im Mai werden die Magnete erstmals unter Strom getestet.

Am 12. März wurden die letzten der über 200 Öffnungen der Plasmakammer vakuumdicht verschlossen und das Auspumpen des Gefäßes konnte beginnen. Zurzeit läuft die Suche nach Vakuum-Lecks an den zahllosen Verbindungsstellen und Dichtungen. Auch die Peripherie der Anlage wird vervollständigt und an Schaltschränken und der Verkabelung gearbeitet. Nicht zuletzt werden die Messgeräte betriebsbereit gemacht, die später die Eigenschaften des Plasmas diagnostizieren werden. Das erste Plasma soll Wendelstein 7-X spätestens Ende 2015 erzeugen.

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