Otto-Hahn-Medaille für IPP-Nachwuchswissenschaftler

Dr. Gregor Birkenmeier für grundlegenden Beitrag zur Turbulenzforschung ausgezeichnet

6. Juni 2013



Multisondenanordnung zur Messung von Dichte- und Potentialfluktuationen in der Randschicht von TJ-K-Plasmen

Auf ihrer Hauptversammlung in Potsdam würdigte die Max-Planck-Gesellschaft am 5. Juni 2013 junge Wissenschaftler, die in ihrer ersten Schaffensperiode exzellente Leistungen vollbracht haben, mit der Otto-Hahn-Medaille. Dr. Gregor Birkenmeier, Nachwuchswissenschaftler des IPP in Garching, gehört zu den insgesamt 30 Preisträgern. Er erhielt die Auszeichnung für seine an der Plasmaanlage TJ-K des Instituts für Plasmaforschung der Universität Stuttgart durchgeführte Doktorarbeit:  die genaue experimentelle Untersuchung der dreidimensionalen mikroskopischen Struktur der Turbulenz in magnetisierten Plasmen.

Turbulenz und der damit verbundene Transport von Masse und Energie sind in neutralen Flüssigkeiten und Plasmen allgegenwärtig. Sowohl in magnetisierten astrophysikalischen als auch in Fusionsplasmen spielt der turbulente Transport eine zentrale Rolle. Dr. Gregor Birkenmeier hat mit seiner Doktorarbeit die ersten detaillierten experimentellen Untersuchungen zur räumlichen Struktur des turbulenten Plasmatransports in einem dreidimensionalen Magnetfeld vorgelegt. Er konnte eindeutig nachweisen, dass die Krümmung des Magnetfeldes als wesentlicher Parameter auf den turbulenten Transport einwirkt. Dadurch fanden frühere theoretische Modelle eine experimentelle Bestätigung.


Darüber hinaus hat Dr. Gregor Birkenmeier die Wechselwirkung von selbstgenerierten Scherströmungen mit der Turbulenz genau untersucht. Er hat nachgewiesen, dass aus der Turbulenz heraus selbsterregte Zonalströmungen den Transport nachhaltig unterdrücken und er konnte insbesondere aufzeigen, dass dies durch eine räumliche Phasenverschiebung zwischen Dichte- und Potentialstörung bewirkt wird.


Mit der Vergabe der Otto-Hahn-Medaille möchte die Max-Planck-Gesellschaft begabte Nachwuchswissenschaftler zu einer späteren Hochschul- oder Forscherkarriere motivieren. Die mit einem Anerkennungsbetrag von 7.500 Euro verbundene Auszeichnung wird jährlich vergeben.

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