Sonneneruptionen im Labor

Ruhr-Universität Bochum und IPP vereinbaren Zusammenarbeit zur Erforschung magnetisierter Plasmen

21. August 2012



Im Labor erforschen Bochumer Physiker heiße, magnetisch eingeschlossene Plasmen, wie sie auch in den gewaltigen Sonneneruptionen vorkommen. Für diese Grundlagenforschung in ihrem „FlareLab“ hat die Fakultät für Physik und Astronomie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) seit kurzem einen Partner: Mit dem IPP in Garching und Greifswald unterzeichnete die Universität eine Kooperationsvereinbarung.

Eine Eruption im Vergleich zwischen experimenteller Beobachtung und Computersimulation (Abbildung: RUB)

Die bis Ende 2015 laufende Kooperation hat für beide Partner einen hohen wissenschaftlichen Wert: „Grundlagenorientierte Arbeiten an kleinen, flexiblen Laborexperimenten werden europaweit nur noch an sehr wenigen Einrichtungen durchgeführt, so dass das IPP ein besonderes Interesse an der Zusammenarbeit mit unserem FlareLab hat“, sagt Prof. Dr. Henning Soltwisch, Leiter der AG Laser- und Plasmaphysik an der RUB. Mit dem FlareLab-Experiment simulieren die Forscher die Sonne förmlich im Labor: In einem Vakuumcontainer stellen sie möglichst maßstabsgetreue Bedingungen wie auf der Sonnenoberfläche her und lassen Eruptionen entstehen. Im Vergleich mit Computersimulationen können sie so Rückschlüsse auf die tatsächlichen Vorgänge auf der Sonne ziehen.

Einen weiteren Vorteil der Zusammenarbeit sehen die Partner in dem geplanten Austausch von Mitarbeitern, insbesondere Doktoranden: Das IPP gewinnt dadurch qualifizierte Mitarbeiter und die Universität, so Prof. Soltwisch, kann „einen Einblick in die Arbeitswelt an einem Großforschungszentrum bieten und gleichzeitig Perspektiven für eine berufliche Zukunft in diesem Umfeld eröffnen“.

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