ASDEX

Der Tokamak ASDEX, das Axialsymmetrische Divertor-Experiment, wurde von 1980 bis 1990 im IPP in Garching betrieben.


Montagearbeiten im Plasmagefäß von ASDEX. An Boden und Decke führen enge Schlitze in die Divertor-Kammern.

Dem auf Pulsator folgenden, größeren Tokamak ASDEX (Axialsymmetrisches Divertor-Experiment) standen zum Heizen neben dem Plasmastrom zusätzliche Verfahren – Neutralteilchen- und Hochfrequenzheizung – zur Verfügung.

Die wichtigste Neuerung: Statt mit einem materiellen Limiter – wie noch bei Pulsator – wurde das ASDEX-Plasma berührungslos durch ein zusätzliches Magnetfeld nach außen begrenzt, um die Verunreinigungen im Plasma zu reduzieren. Dieser „Divertor“ lenkte die Randschicht des Plasmas in Nebenkammern, wo die Plasmateilchen samt Verunreinigungen abgepumpt werden.

Wie an allen Tokamaks weltweit zeigte sich aber zunächst ein großes Problem: Die Wärmeisolation des Plasmas sackte ab, sobald die Temperatur durch externe Heizung stieg. Trotz kräftiger Heizung kam man den Zündbedingungen nicht näher.

Den Ausweg fand man 1982 mit der Entdeckung des „H-Regimes“ (High-confinement Regime) an ASDEX. In diesem günstigen Plasmazustand verdoppelte sich die Wärmedämmung.

Der Divertor-Betrieb und das H-Regime wurden zur Grundlage moderner Tokamaks – bis hin zu dem internationalen Testreaktor ITER, der zurzeit in Südfrankreich aufgebaut wird.

1990 wurde ASDEX stillgelegt. Fünf Jahre später wurde die Anlage an das Southwestern Institute for Plasma Physics in Leshan, Volksrepublik China, weitergegeben. Seit 2002 wird ASDEX dort unter dem neuen Namen HL-2A weiterbetrieben.

 

 Technische Daten:
 Großer Plasmaradius 1,65 Meter
 Kleiner Plasmaradius 0,4 Meter
 Magnetfeld 2,8 Tesla
 Plasmastrom 0,5 Megaampere
 Pulsdauer 10 Sekunden
 Plasmaheizung 9 Megawatt
 Plasmavolumen 5,3 Kubikmeter
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