IPP-Bereich zieht von Garching nach Greifswald um

Der Aufbau der Institutsgebäude schreitet voran / Dach aufgesetzt

11. März 1999

Mit dem Umzug von 22 Wissenschaftlern und Ingenieuren, die im März vom Hauptsitz des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) im bayerischen Garching nach Greifswald kommen, schreitet der Aufbau des IPP-Teilinstituts Greifswald voran. Sie gehören größtenteils zum Bereich "Wendelstein 7-X Aufbau", der in Greifswald die Fusionsanlage Wendelstein 7-X errichtet.

Ziel der Fusionsforschung ist es, ein Kraftwerk zu entwickeln, das - ähnlich wie die Sonne - Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen gewinnt. Dazu wird ein dünnes Wasserstoffplasma in Magnetfeldern wärmeisolierend eingeschlossen und auf über 100 Millionen Grad aufgeheizt. Hier ist Wendelstein 7-X ein Schlüsselexperiment: Die Anlage soll untersuchen, ob Fusionsanlagen vom Typ Stellarator zum Bau eines Kraftwerks geeignet sind.

Schon länger im IPP-Teilinstitut Greifswald ansässig ist die Gruppe "Standortentwicklung", die für den Aufbau der neuen Gebäude verantwortlich ist, und der Bereich "Stellaratortheorie". Anders als zwei experimentelle Bereiche, die erst später eingerichtet werden können, kommen die Theoretiker ohne Experimentieranlagen aus. Nötig ist lediglich die schnelle Datenverbindung in das Garchinger Rechenzentrum. Bis zum Sommer werden rund 80 von später 300 Personen im IPP-Teilinstitut Greifswald arbeiten; ein weiterer Teil der Mitarbeiter bleibt vorerst noch nach Garching und Berlin abgeordnet. Bisher 39 der neueingestellten Mitarbeiter stammen aus Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem Wintersemester 1996/97 läuft mit Vorlesungen von jetzt drei IPP-Wissenschaftlern die Kooperation mit dem Fachbereich Physik der Universität Greifswald.

Voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres können die Greifswalder IPP-Mitarbeiter aus den vorläufig gemieteten Büros in das eigene Institutsgebäude umziehen. Seit Baubeginn sind die Arbeiten im Plan vorangeschritten. Die Hauptgebäude - die Experimentierhalle, in der später die Fusionsanlage Wendelstein 7-X stehen wird, die Bürogebäude sowie die Technik- und Werkstatträume - sind fertiggestellt. In Form einer 180 Meter langen "Ostsee-Welle" wurde zuletzt das Dach aufgesetzt; die Fassadenarbeiten und der Innenausbau haben begonnen. Obwohl alle Bauaufträge europaweit ausgeschrieben wurden, konnte ein Großteil des Auftragsvolumens von Firmen in den neuen Bundesländern gewonnen werden, mehr als 60 Prozent allein von Firmen mit Hauptsitz oder Niederlassung in Mecklenburg-Vorpommern.

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