Neuberufung im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik

Professor Thomas Klinger ist neues Wissenschaftliches Mitglied des IPP

30. März 2001

Als neues Wissenschaftliches Mitglied im Teilinstitut Greifswald des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) und Leiter des Bereichs "Experimentelle Plasmaphysik 5" nimmt am 1. April 2001 Professor Dr. Thomas Klinger in Greifswald seine Forschungstätigkeit auf.

Ziel der Forschung im IPP ist die Entwicklung eines Fusionskraftwerks, das - ähnlich wie die Sonne - Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen gewinnt. Brennstoff ist ein dünnes Wasserstoff-Plasma. Zum Zünden des Fusionsfeuers muss das Plasma wäremeisoliert in Magnetfeldern eingeschlossen und auf hohe Temperaturen aufgeheizt werden. Arbeitsgebiet Professor Klingers und seiner Mitarbeiter im Bereich "Experimentelle Plasmaphysik 5" sind Fluktuationen, Plasmaturbulenzen und Instabilitäten, die den magnetischen Einschluss des Plasmas beeinflussen können. An den Stellaratorexperimenten des IPP wird der Bereich dazu die Mess- und Analyseverfahren zum Aufspüren dieser Plasmastörungen entwickeln und betreuen - zunächst an der Stellaratoranlage Wendelstein 7-AS in Garching, dann am Nachfolger Wendelstein 7-X in Greifswald. Daneben bearbeitet der Bereich Professor Klingers die Randschicht- und Divertorphysik der Stellaratoren und untersucht an der Greifswalder Experimentieranlage Vineta das grundlegende Verhalten von elektromagnetischen Wellen und Instabilitäten in magnetisierten Plasmen.

Thomas Klinger, geboren 1965 in Eutin, promovierte - nach dem Studium der Physik an der Universität Kiel und Forschungsaufenthalten in Frankreich - 1994 mit einer Arbeit aus der Gasentladungsphysik. Als Hochschulassistent beschäftigte er sich anschließend in Kiel mit Driftwellenturbulenz und nichtlinearen Plasmastrukturen. Nach Gastaufenthalten im Alfvén-Labor in Stockholm, am Centre de Physique Théoretique in Marseille sowie am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching habilitierte er sich 1998 mit einer Arbeit über "Steuerung von Plasmainstabilitäten". Kurz darauf wurde er zum Professor für Experimentelle Physik an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald ernannt, deren Institut für Physik er seit September 2000 als Geschäftsführender Direktor leitete. Ab 1. April ist er Wissenschaftliches Mitglied und Bereichsleiter im IPP.

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