10 Jahre "Sommer-Universität für Plasmaphysik" im IPP

Fortbildung in den Semesterferien

1. April 1995

Eine Sommer-Universität für Physikstudenten aus ganz Europa veranstaltet das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching bei München. Vom 25. bis 29. September haben die 90 Teilnehmer hier Gelegenheit, sich intensiv über Plasmaphysik und Kernfusionsforschung zu informieren.

Ziel der Arbeiten im IPP ist die Entwicklung eines Fusionskraftwerks, das Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen gewinnt. Zum Zünden des Fusionsfeuers muß der Brennstoff - ein ionisiertes Wasserstoffgas, ein sogenanntes "Plasma" - in Magnetfeldern eingeschlossen und auf hohe Temperaturen aufgeheizt werden.

Die Studenten, die aus 13 verschiedenen europäischen Ländern kommen, hören in englischer Sprache Vorlesungen über die Grundlagen der Plasmaphysik, die beiden Experimenttypen Tokamak und Stellarator sowie die Methoden, ein Fusionsplasma aufzuheizen, auszumessen und rechnerisch zu beschreiben. Berichtet wird über den Stand und die experimentellen Ergebnisse der Fusionsforschung sowie über die zu erwartenden Umwelt- und Sicherheitseigenschaften eines späteren Fusionskraftwerks.Während der Sommerschule besuchen die Teilnehmer außerdem die zwei Experimentieranlagen des IPP, den Stellarator Wendelstein 7-AS und den Tokamak ASDEX Upgrade, das größte deutsche Fusionsexperiment.

Mit der diesjährigen Sommer-Universität setzt das IPP eine bewährte Tradition mittlerweile im zehnten Jahr fort. Da das Fach Plasmaphysik an den Universitäten meist nur schwach vertreten ist, sind die Sommerschulen für das IPP eine Möglichkeit, begabte Studenten an die Fusionsforschung heranzuführen. Nicht wenige der jetzigen Diplomanden und Doktoranden am IPP waren Teilnehmer früherer Sommeruniversitäten.

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