Exzellenz in der Ausbildung

Zwei Azubi-Preise der Max-Planck-Gesellschaft gehen an das IPP nach Garching und Greifswald

27. September 2010

In seinem Berufsschulzeugnis findet sich ausschließlich die Note sehr gut und auch die Facharbeiterprüfung absolvierte er mit einem ausgezeichneten Schnitt. Ferdinand von Molo, der im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik abgeschlossen hat, ist mit dem Azubi-Preis der Max-Planck-Gesellschaft für herausragende Leistungen in der Berufsausbildung ausgezeichnet worden.

Dr. Michael Winkler, Verwaltungsleiter des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in Garching (rechts), überreichte Ferdinand von Molo die Urkunde der Max-Planck-Gesellschaft


Die Max-Planck-Gesellschaft vergibt jährlich bis zu 20 Preise an Auszubildende in ihren derzeit 80 Instituten. Ausschlaggebend für den Erhalt des Preises sind nicht nur exzellente Noten, sondern auch die persönliche Entwicklung und das soziale Engagement der Kandidatinnen und Kandidaten.

Die Azubi-Preise wurden zum vierten Mal von der Max-Planck-Gesellschaft ausgelobt. Neben einzelnen Persönlichkeiten werden drei Ausbildungsstätten der Forschungsorganisation ausgezeichnet. Das IPP-Teilinstitut in Greifswald gehört in diesem Jahr – nach 2008 – bereits zum zweiten Mal zu den Preisträgern. Gewürdigt wird mit dem Azubi-Preis 2010 die Arbeit der Ausbildungsverantwortlichen in der mechanischen Werkstatt, die junge Frauen und Männer mit großer Sorgfalt anleiten und betreuen.

Die prämierte mechanische Werkstatt im IPP in Greifswald: Christopher Ahrens, Philipp Thrun und Michael Ahmels mit Ausbilder Siegfried Hartig (von links nach rechts)

Ferdinand von Molo, der seine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik ein halbes Jahr schneller als üblich beendete, will nun an der TU München Elektrotechnik studieren. Der Abschied vom IPP fällt dem 22-jährigen Freisinger schwer: „Von der Platine über Digitaltechnik bis zur Hochspannung – hier gibt es einfach alles!“ Im IPP untersuchen Wissenschaftler die physikalischen Grundlagen für ein Fusionskraftwerk, das – ähnlich wie die Sonne – Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen gewinnen soll. Für den Betrieb der Fusionsforschungsanlage ASDEX Upgrade in Garching, den Aufbau des Großexperiments Wendelstein 7-X in Greifswald sowie für weitere Projekte können sie dabei auf umfangreiche hauseigene Dienstleistungen zurückgreifen: Konstruktion und Berechnung, Elektronikentwicklung, Material- und Vakuumtechnik, Werkstätten für mechanische und elektrische Fertigung und schließlich die Versorgung der Experimente mit elektrischer Energie.

Das IPP in Garching vergibt jährlich durchschnittlich zehn Ausbildungsplätze in den Sparten Elektronik und Fachinformatik sowie für angehende Bürokauffrauen und -männer. Im Teilinstitut in Greifswald gibt es sechs Ausbildungsplätze in den Sparten Industriemechanik, Fachinformatik, Industrieelektronik und Holzmechanik. Beide Standorte bilden über den eigenen Bedarf hinaus aus, viele Auszubildende schließen wie Ferdinand von Molo mit überdurchschnittlichem Erfolg ab.

Julia Sieber

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