Faszination Plasmaphysik - live in Augsburg und München

Das IPP auf dem Wissenschaftsfestival "Highlights der Physik" in Augsburg und den Münchner Wissenschaftstagen 2010

8. Oktober 2010

Das Licht der Kerze oder Energiesparlampe, ein elektrischer Funke, Sonne und Sterne – einem Plasma begegnen wir sehr oft in unserem Leben. Auf dem Wissenschaftsfestival „Highlights der Physik“ vom 9. bis 14. Oktober 2010 in Augsburg und bei den Münchner Wissenschaftstagen „Energie: Grundlage des Lebens – Motor für die Zukunft“ am 23. und 24. Oktober an der Ludwig-Maximilans-Universität München können Interessierte mehr über das ionisierte Gas erfahren, das als Brennstoff in einem späteren Fusionskraftwerk einen nachhaltigen Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft leisten könnte.

Herzstück des Festivals „Highlights der Physik“ in Augsburg, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft sowie der Universität Augsburg veranstaltet wird, ist eine Ausstellung zu den physikalischen Grundlagen der Energie auf dem Augsburger Rathausplatz. Diplomanden und Doktoranden am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) und Lehrstuhl für Experimentelle Plasmaphysik der Universität Augsburg informieren über Grundlagen und Anwendungen der Plasmaphysik und führen Experimente vor. Besucher lernen die großen Fusionsforschungsanlagen in Garching bei München und Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern kennen, Sie können mehr über das europäische Programm zur Fusionsforschung erfahren und den entscheidenden Schritt, den die weltweite Fusionsforschung gemeinsam geht – den internationalen Testreaktor ITER.

Wer möchte, kann selbst mit dem Objekt der Fusionsforscher, dem Plasma, experimentieren. In der Plasmakugel sieht man es als Blitz leuchten – Gas, in dem sich Elektronen von ihren Atomkernen gelöst haben. Wer schafft es, an der Spiral-Entladung die geladenen Teilchen durch magnetische Felder zu lenken und den Plasmafaden aufzudrehen? Im Spiel „Fusion in zehn Schritten“ können Teilnehmer ab zwölf Jahren zudem einen Teil der Fragen, die die Fusionsforschung auf dem Weg zu einem Kraftwerk noch lösen muss, interaktiv kennen lernen. Ausführlich über den Stand und die Perspektiven der Kernfusion informiert am 13. Oktober von 19 bis 20 Uhr bei einem Vortrag im Goldenen Saal des Rathaus Professor Dr. Günther Hasinger, Wissenschaftlicher Direktor des IPP und Themenbotschafter im Wissenschaftsjahr 2010 „Die Zukunft der Energie“.

Auf den Münchner Wissenschaftstagen 2010 steht am 23. Oktober, 19 Uhr, die Frage „Wie weit kommen wir mit den regenerativen Energien?“ im Mittelpunkt. Darüber referieren und diskutieren Dr. Hermann Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises und Professor Dr. Günther Hasinger in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität. „Energie erzeugen wie die Sonne – die Kernfusion im Energiemix der Zukunft“ lautet der Titel eines Vortrags von Professor Dr. Sibylle Günter vom IPP am 24. Oktober um 10.45 Uhr im Audimax. Die gemeinsame Experimentierstation von IPP und EPP finden sie auch auf den Münchner Wissenschaftstagen. Im Lichthof wollen Diplomanden und Doktoranden beider Einrichtungen deutlich machen: Ein Studium der Plasmaphysik lohnt sich. Mit dem Aufbau des Fusionsexperiments Wendelstein 7-X in Greifswald und des Experimentalreaktors ITER in Cadarache in Südfrankreich steht die spannendste Zeit in der Fusionsforschung quasi vor der Tür.

Julia Sieber

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