ITER

Meilensteine

1985 begann der internationale ITER-Prozess. 2007 schließlich trat die ITER-Vereinbarung in Kraft und die ITER-Organisation wurde offiziell gegründet.


Das ITER-Gelände in Cararache im Juni 2013: In Zentrum die Fundamente der Tokamak-Halle, links oben die Halle, in der die Poloidalfeldspulen hergestellt werden, rechts unten das bereits bezogene Verwaltungsgebäude. Bild vergrößern
Das ITER-Gelände in Cararache im Juni 2013: In Zentrum die Fundamente der Tokamak-Halle, links oben die Halle, in der die Poloidalfeldspulen hergestellt werden, rechts unten das bereits bezogene Verwaltungsgebäude. [weniger]

1985
Eingeleitet wurde die einzigartige Wissenschaftskooperation 1985 in Gesprächen des sowjetischen Generalsekretärs Gorbatschow mit dem französischen Ministerpräsidenten Mitterand und dem amerikanischen Präsidenten Reagan. Im Frühjahr 1988 begannen in Garching am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik als Gastlabor die Planungsarbeiten. Bis Winter 1990 arbeiteten rund 50 Physiker und Ingenieure aus Europa, Japan, der ehemaligen Sowjetunion und den USA an dem ITER-Konzept und legten im Dezember 1990 den Entwurf für den Testreaktor vor.

1992
Mit der im Juli 1992 begonnenen Detailplanung (Engineering Design Activities) waren rund 240 ITER-Mitarbeiter aus aller Welt beschäftigt. Für sechs Jahre arbeitete ein international besetztes Team an drei Fusionszentren: in San Diego/USA, an dem japanischen Fusionslabor in Naka und wiederum am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching. Dabei war jedes dieser Zentren für besondere Planungsarbeiten verantwortlich: Garching für die Komponenten im Plasmagefäß (Abschirmung und Blanket, Erste Wand und Divertor), Naka für die Komponenten außerhalb des Plasmagefäßes (supraleitende Magnete und Abstützung) sowie San Diego für Sicherheitsuntersuchungen und Koordination. Sitz des Aufsichtsgremiums – des ITER-Councils – war Moskau.

Unterstützt wurde das zentrale ITER-Team durch Gruppen in den jeweiligen Heimatlaboratorien der vier Partner, die auch die nötigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten übernahmen. Das europäische ITER-Home Team arbeitete wie das zentrale ITER-Team in Garching.

1998
1998 nahm der ITER-Rat den Abschlussbericht entgegen, der die von allen Beteiligten getragene technische Lösung zusammenfasste; wesentliche Bauteile wurden als Prototypen gebaut und getestet. Damit war aus wissenschaftlich-technischer Sicht die Planunggrundlage vorhanden, um den Bau der Anlage zu beschließen. Angesichts der Finanzschwierigkeiten in den Partnerländern entschied der ITER-Rat jedoch zu prüfen, ob der ITER-Entwurf kostensparend modifiziert werden kann. 1998 zogen sich die USA aus dem Projekt zurück, beteiligten sich aber noch bis Mitte 1999 an den ITER-Technologieprojekten.

2001
Die verbleibenden Partner beschlossen, den ITER-Entwurf kostensparend zu überarbeiten, ohne dabei die programmatischen Ziele des Projektes zu verletzen. Die Planungsarbeiten auf der Basis des genehmigten Vorentwurfs wurde Mitte 2001 beendet.

Gespräche über den gemeinsamen Bau von ITER begannen 1991 zwischen den Regierungen der Partner. Ziel war ein Abkommen, das die Rechtsform des internationalen Projektes festlegt, seine Organisation, den Standort, das Personal sowie die Aufteilung der Kosten und Fertigungsaufträge auf die Partner. 2003 kehrten die USA in die ITER-Zusammenarbeit zurück, zusätzlich schlossen sich China und Südkorea dem Projekt an.

2003-2007
Standorte für ITER hatten zunächst Kanada, Frankreich, Spanien und Japan angeboten. Ende November 2003 beschloss der Europäische Ministerrat einstimmig, in den internationalen Verhandlungen das südfranzösische Cadarache als einzigen Standortvorschlag Europas anzubieten. Nachdem der kanadische Vorschlag zurückgezogen wurde, wetteiferten die zwei Standorte Rokkasho-Mura im Norden Japans und Cadarache in Südfrankreich um ITER. Nach langwierigen Verhandlungen fiel bei einem Treffen der ITER-Partner in Moskau am 28. Juni 2005 die Entscheidung für Cadarache als ITER-Standort. Am 21. November 2006 wurde der ITER-Vertrag in Paris unterzeichnet; am 24. Oktober 2007 trat er nach abgeschlossener Ratifizierung in Kraft. Die ITER-Organisation war damit offiziell gegründet.

Im Februar 2007 schlossen Europa und Japan das "Broader Approach Agreement". Das ITER-Projekt flankierend, umfasst das gemeinsame Forschungsprogramm die Planungen für eine International Fusion Materials Irradiation Facility (IFMIF), die gemeinsame Arbeit am japanischen Tokamak JT-60SA sowie das International Fusion Energy Research Centre (IFERC).

 
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