Internationale Konferenz zur Plasmaforschung im IPP in Greifswald

Informationsaustausch über den vierten Aggregatszustand der Materie

12. Oktober 2007

Um die ganze Palette der Plasmaphysik geht es auf der internationalen Tagung "Plasma 2007", die vom 16. bis 19. Oktober im Teilinstitut Greifswald des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) stattfinden wird. Als mittlerweile vierte einer 2002 im IPP begründeten Konferenzreihe ist sie aus der Zusammenlegung der ehemaligen "Deutsch-Polnischen Plasmadiagnostik-Tagung" mit dem "Französisch-Polnischen Seminar über thermische Plasmen in Weltraum und Labor" entstanden. Über 120 Wissenschaftler, Ingenieure und Studenten aus aller Welt, vor allem aber aus Zentral- und Osteuropa, werden als Teilnehmer und Referenten erwartet.

Während vier Tagen dreht sich alles um den vierten Aggregatszustand der Materie, den Plasmazustand. Er wird erreicht, wenn sich nach dem Durchlaufen des festen, flüssigen und gasförmigen Zustands die Temperatur noch weiter erhöht. Es entsteht ein heißes, ionisiertes Gas mit ganz speziellen Eigenschaften: Thema der Konferenz sind die ultraheißen Plasmen der Fusionsforscher ebenso wie Plasmen im Weltraum, allgemeine Plasmaprozesse, Plasmatheorie, Messmethoden sowie technologische Anwendungen von Niedertemperatur-Plasmen.

Ziel der Arbeiten im IPP ist die Entwicklung eines Kraftwerks, das – ähnlich wie die Sonne – Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen gewinnt. Zum Zünden des Fusionsfeuers muss der Brennstoff – ein Wasserstoff-Plasma – in Magnetfeldern eingeschlossen und auf Temperaturen über 100 Millionen Grad aufgeheizt werden. In Greifswald wird gegenwärtig das Fusionsexperiment Wendelstein 7-X aufgebaut – zusammen mit den unter anderen auch von polnischen Teams entwickelten Messverfahren und -geräten für Wendelstein 7-X einer der Themenschwerpunkte der Konferenz.

Zur Redakteursansicht